„Die Kanzlei: Weites Land“: Lohnt sich das neue 90-Minuten-Special in der ARD?
Landlust mit Stallgeruch und Familienkrach: Im neuen „Die Kanzlei“-Film tauschen Isa von Brede und Markus Gellert die Robe gegen Gummistiefel. Alle Infos zu Handlung, Cast, Mediathek-Start und TV-Termin.

Zum Jahresauftakt verlässt „Die Kanzlei“ wieder die vertrauten Hamburger Büroräume und schickt ihr Anwaltsteam raus aufs Land. „Weites Land“ ist ein 90-Minuten-Special, das die Erfolgsserie auf ungewohntes Terrain führt und genau daraus seinen Reiz zieht: Stadtmenschen im Kuhstall, Dorfgerüchte statt Aktenstapel und ein Konflikt, der mehr nach Herz als nach Paragraphen verlangt.
Wann läuft „Die Kanzlei: Weites Land“ im Ersten?
Wer lieber streamt als live schaut, kann früher starten: Seit Mittwoch, 31. Dezember 2025 ist „Die Kanzlei: Weites Land“ in der ARD Mediathek verfügbar. Im klassischen TV läuft das Special dann im TV-Programm am Freitag, 2. Januar 2026 um 20:15 Uhr im Ersten.
Worum geht es in „Weites Land“?
Eigentlich will Anwältin Isabel von Brede (Sabine Postel) nur eine entspannte Wellnesswoche an der Ostsee verbringen. Doch beim Wenden auf einem Bauernhof passiert ein Unfall und plötzlich liegt die Landwirtin Gesine Bröker (Johanna Gastdorf) im Krankenhaus. Isa fühlt sich verantwortlich und springt ein. Heißt: Hof organisieren, Tiere versorgen, Stallarbeit erledigen und nebenbei auch noch Gesines dementen Ehemann Gernot (Norbert Stöß) betreuen.
Als wäre das nicht genug, kippt die Lage im Dorf schnell. Isa bekommt wenig Hilfe, dafür umso mehr Misstrauen. Und innerhalb der Familie brodelt ein Konflikt, der tiefer sitzt als gedacht: Nur Enkelin Svenja (Johanna Götting) stellt sich auf Isas Seite, während Tochter Annika (Tinka Fürst) und Schwiegersohn Sönke (Peter Fieseler) zunächst auf Abstand bleiben
Warum das Specia funktioniert: „Fish-out-of-water“ trifft Gefühl
Die Ausgangslage ist klassisch und genau deshalb so wirkungsvoll: Großstadt-Anwältin mit Phobien gegen Schmutz und Berührungen trifft auf Bauernhof-Alltag. Sabine Postel beschreibt den Kontrast im ARD-Interview offen als große Freude beim Spielen: Isa werde „in eine Rolle gedrängt, die ihr vollkommen fremd ist“, und daraus entstehe Komik, „wie diese Großstadt-Frau versucht, den Stall auszumisten und die Kühe zu melken“. Gleichzeitig betont sie aber auch, dass der Film „einen ernsten und zum Teil traurigen Hintergrund“ hat, weil der Familienstreit existenziell wird.
Auch Autor Thorsten Näter erklärt den Kern der 90-Minüter sehr passend: Es gehe in den Filmen noch stärker als in der Serie um Emotion und um „die Schicksale von Menschen“, mit mehr Zeit für Tiefe und „emotionale Abgründe“. Genau das macht „Weites Land“ zu mehr als nur einem netten Ausflug aufs Land.
Gellert im Blaumann: Warum Markus sich so ziert und dann doch mit anpackt
Dass Markus Gellert (Herbert Knaup) nicht sofort auf der Matte steht, ist kein Running Gag, sondern Teil seiner Figur: Gellert hat schlechte Erinnerungen an seine Kindheit auf dem Bauernhof. Knaup beschreibt das sehr drastisch und zugleich typisch Gellert: früh aufstehen, immer mit anpacken, „nie frei“. Wenn Gellert dann doch in Arbeitskleidung schlüpft, wird er eher zum Meister der Vermeidung und mogelt sich so gut es geht um die härtesten Aufgaben herum. Genau dieses Gegenspiel aus Isas Verantwortungsgefühl und Gellerts Widerwillen trägt viele der besten Szenen.
Cast, Team und Drehorte: Wer ist dabei?
Im Mittelpunkt stehen natürlich Sabine Postel und Herbert Knaup als Isa und Gellert. Verstärkung kommt durch Mathilde Bundschuh als Charlie und Marie Anne Fliegel als Isas Mutter Marion. Dazu: Johanna Gastdorf (Gesine), Norbert Stöß (Gernot), Johanna Götting (Svenja), Tinka Fürst (Annika) und Peter Fieseler (Sönke).
Inszeniert wurde das Special von Torsten Wacker, das Drehbuch stammt von Thorsten Näter. Gedreht wurde vom 8. Juli bis 6. August 2025 in Hamburg und Umgebung sowie an der Ostsee.
Quellen
ARD / Das Erste Presseportal








