„Die Dinosaurier“: Das sagen Experten über den Realismus in der Netflix-Doku
„Die Dinosaurier“ sind zurück – zumindest in Dokuform auf Netflix. Doch hat man da korrekte Fakten ausgegraben?

Dinosaurier faszinieren viele schon seit frühen Kindheitstagen. Dementsprechend ist es auch nicht großartig wunderlich, dass die Urzeitechsen weiterhin einen großen Teil in der Unterhaltungsindustrie einnehmen. Unsere Vorgängerspezies findet aber nicht nur in fiktiven Inhalten, wie den „Jurassic“-Filmen, statt, sondern wird auch immer wieder wissenschaftlicher Aufarbeitung in Form von Dokumentationen unterzogen. Mit „Die Dinosaurier“ ist eine neue Dokuserie zu ebenjenem vielgefächerten Themenkosmos erschienen – doch nun verraten Experten, wie realistisch die Doku des größten Streamingdienstes wirklich ist.
„Die Dinosaurier“: Was hat es mit der Netflix-Doku auf sich?
„Die Dinosaurier“ ist auf den ersten Blick eine Dokumentation der Superlative. In vier Folgen, die jeweils etwa 45 Minuten dauern, wird der Aufstieg und Fall der verstorbenen Spezies aufgearbeitet. Produziert wurde dieses waghalsige Unterfangen von niemand Geringerem als Dinosaurier-Alumnus Steven Spielberg. Und auch alle, die die Doku im Originalton schauen, kommen definitiv auf ihre Kosten, denn Morgan Freeman erzählt allen Wissbegierigen mehr über die ausgestorbenen Giganten. In der deutschen Fassung bekommt man leider nichts davon mit, da Morgan Freemans Stammsprecher Klaus Sonnenschein und Jürgen Kluckert 2019 und 2023 jeweils verstorben sind.
„Albern und übertrieben dramatisiert“: Das sagen Experten über „Die Dinosaurier“
Die Faszination für Dinosaurier kann bei etlichen Personen sehr tiefgehend sein. Dementsprechend startete der User „HolisticSimpleton“ auf Reddit einen Aufruf an alle dort auffindbaren „Paläontologen“, um zu klären, wie viel Realismus in der Dokumentation steckt. Und die Meinungen spalten sich …
Ob die kommentierenden Personen dort wirklich Paläontologen sind, bleibt fragwürdig, dennoch werden Lob und Kritik sehr fundiert und ausführlich geäußert. So wird zum Beispiel kritisiert, dass die Dokumentation sehr stark andeuten möchte, dass es in der Trias, dem ersten Zeitalter des Erdmittelalters vor etwa 251,9 bis 201,3 Millionen Jahren, mehrere Millionen Jahre durchgeregnet haben soll. Das ist ein Punkt, bei dem sich tatsächlich die Geister scheiden, denn während Quellen wie das Fachmagazin Spektrum behaupten, dass an dem sehr langen Regenfall etwas dran ist, gibt es genügend Stimmen, die das als Mythos abtun.

Als „albern und übertrieben dramatisiert“ wird auch die Darstellung des Aussterbens der Rhynchosauria bezeichnet. Die Dokumentation behauptet, dass die pflanzenfressenden Reptilien ausgestorben seien, weil klimatische Veränderungen das Nahrungsangebot verschlechterten. Die Spezies brauchte nämlich harte, faserige Nahrung, hatte aber gleichzeitig damit zu kämpfen, dass die Zähne im Alter immer langsamer nachwuchsen. Die Art und Weise, wie die Dokumentation diesen Umstand aufarbeitet, wird vielerorts als Überdramatisierung aufgenommen.
Gleichzeitig wird aber auch gelobt, dass sich der Rhynchosauria angenommen wird, da diese, wie Procompsognathus, Marasuchus oder Tanystropheus, keine Arten sind, denen sonst besonders viel Raum in Dokus dieser Art gegeben wird.
Spitzfindigkeiten: Kritik an „Die Dinosaurier“ ist minutiös
Die Kritik, die man im Internet findet, besteht vor allem aus viel Haarspalterei. Es wird über falsch ausgesprochene Namen oder Palmen diskutiert, die es in der Trias noch nicht gab. Dennoch ist man sich einig, dass das CGI weitestgehend gut aussieht und dass das Thema Dinosaurier gut aufgearbeitet wurde. Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass selbst nach mehreren Jahrzehnten der wissenschaftlichen Arbeit rund um dieses Thema die Faktenlage rund um unsere Vorgänger und Vorgängerinnen noch weiterer Forschung bedarf.
Obgleich, wie man zu „Die Dinosaurier“ stehen mag, ist eines klar: Für Netflix war die vierteilige Dokureihe erneut ein großer Erfolg, denn nach nicht einmal wenigen Tagen ist die Serie bereits wieder auf dem ersten Platz der Netflix-Charts. Wer übrigens gar nicht genug von Dinos oder Steven Spielberg bekommen kann, hat die Chance, sich die ersten drei „Jurassic Park“- sowie die ersten beiden „Jurassic World“-Filme auf dem Streamingdienst anzusehen.









