„Der Super Mario Galaxy Film“ Kritik: Mamma Mia, here we go again!
Die Fortsetzung zum „Super Mario Bros. Film“ dürfte mit Leichtigkeit einer der ersten großen Kino-Blockbuster 2026 werden. Doch lohnt sich die galaktische Reise mit Mario & Co. wirklich?

Es gibt in der knapp 40-jährigen Geschichte von Kult-Klempner Mario sicherlich Meilensteine, die deutlich bedeutender waren als die Veröffentlichung von „Super Mario Galaxy“ im Jahr 2007 für die Nintendo Wii. Gleichzeitig gibt es aber auch nur wenige Spiele in der Mario-Saga, die ein derart hohes Ansehen bei Videospiel-Fans genießen.
Als großer Jump-’n’-Run- und Nintendo-Fan ist „Super Mario Galaxy“ für mich auch deshalb so außergewöhnlich, weil die unterschiedlichen Planeten, das Gameplay und die Möglichkeiten schlicht unendlich kreativ wirken. Mit Mario durch die Galaxie zu gleiten, Münzen und Sterne einzusammeln und immer wieder neugierig zu entdecken, was hinter dem nächsten Sternen-Teleporter wartet, hat diesen wunderbaren Entdeckerinstinkt geweckt.
Umso größer war meine Vorfreude, dass Nintendo nach dem überaus erfolgreichen „Super Mario Bros. Film“ tatsächlich eine Fortsetzung auf den Weg bringt, die sich „Super Mario Galaxy“ zum Vorbild nimmt. Mario, Luigi und Co. werden dabei gemeinsam mit Neuzugängen wie Yoshi oder Fox McCloud in ein intergalaktisches Abenteuer geschickt.
Was kann da schon schiefgehen? Leider deutlich mehr, als ich zunächst gedacht habe.
Starker Auftakt: Illumination zeigt, was möglich ist
Der Film beginnt vielversprechend mit der Einführung von Rosalina und ihren zuckersüßen Lumas. Auf ihrem Sternenschiff werden sie von Bowser Jr. und seinen Schergen angegriffen. Der Einstieg dürfte nicht nur bei „Super Mario Galaxy“-Fans für nostalgische Gefühle sorgen, sondern führt mit Rosalina eine richtig spannende Figur ins Nintendo-Filmuniversum ein.
Hier zeigt sich auch sofort die große Stärke des Animationsstudios Illumination: fantastische Figuren, enorme Dynamik und ein Detailreichtum, der kaum Wünsche offenlässt. Gerade in den ersten Minuten entsteht die Hoffnung auf eine unvergessliche Reise durch die Galaxie.
Große Idee, schwache Umsetzung
Doch sobald der eigentliche Plot rund um Mario, Luigi, Yoshi und Bowser einsetzt, verliert der Film spürbar an Fokus. Die Geschichte weiß nicht so recht, welche Richtung sie einschlagen will.
Vor allem Bowser bleibt enttäuschend blass. Seine Darstellung wirkt wie ein schwacher Abklatsch der ikonischen Videospielfigur. Auch die angedeutete „schwierige“ Beziehung zu seinem Sohn Bowser Jr. bleibt oberflächlich und sorgt nicht für echte emotionale Spannung.
Das größte Problem: Ein überzeugender Antagonist fehlt und damit auch die notwendige Fallhöhe für ein großes Abenteuer.
Zu wenig Galaxie für einen „Galaxy“-Film

Einer meiner größten Kritikpunkte ist allerdings der Umgang mit dem eigentlichen Setting. Der Titel verspricht eine kreative, weitläufige Reise durch verschiedenste Planeten, doch genau das liefert der Film kaum.
Stattdessen bleibt die Handlung überraschend linear und vorhersehbar. Die Galaxie wirkt deutlich kleiner, als sie eigentlich sein sollte. Statt mit originellen Ideen und abwechslungsreichen Welten zu begeistern, verliert sich der Film in kleineren Nebenhandlungssträngen und viel Füllmaterial, die viel Tempo aus dem knapp 100-minütigen Film nehmen.
Kaum Emotionen trotz großer Fanliebe
So charmant Figuren wie Yoshi inszeniert sind und so unterhaltsam einzelne Auftritte – etwa von Fox McCloud – auch sein mögen: Emotionale Tiefe bleibt Mangelware.
Das Drehbuch von Matthew Fogel schafft es nur selten, echte Bindung zu den Figuren aufzubauen. Mario, Luigi und Peach bleiben erstaunlich distanziert, wodurch zentrale Momente ihre Wirkung verfehlen. Am Ende fühlt sich der Film wie ein perfekt durchkalkulierter Familien-Blockbuster an: visuell beeindruckend, aber emotional erstaunlich leer.
Viele Easter Eggs – aber wenig Substanz
Für Fans gibt es dennoch einiges zu entdecken. Zahlreiche Easter Eggs und Anspielungen auf die Spiele sorgen für unterhaltsame Momente.
Allerdings wirkt die Vermischung verschiedener Spielewelten – insbesondere zwischen „Super Mario Galaxy“ und „Super Mario Odyssey“ – nicht immer stimmig und teilweise sogar beliebig.

Fazit: Viel Spektakel, wenig Magie
Dass der „Super Mario Galaxy Film“ ein kommerzieller Erfolg wird, steht außer Frage. Für Fans des ersten Films bietet „Der Super Mario Galaxy Film“ auch extrem viel „Eye Candy“ und natürlich witzige Easter Eggs.
Doch trotz beeindruckender Animationen und vieler Fanservice-Momente bleibt ein schaler Beigeschmack: Der Film nutzt sein enormes kreatives Potenzial nicht aus und bleibt, vor allem emotional, deutlich hinter den Erwartungen zurück.






