„Agatha Christie’s Seven Dials“: Ende erklärt! Wer ist der Mörder?
„Agatha Christie’s Seven Dials“ bleibt dem Geist der Vorlage in vielen Punkten treu, setzt im Finale jedoch auf drastische Änderungen. So endet die Serie auf Netflix!
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Mit „Agatha Christie’s Seven Dials“ hat Netflix eine dreiteilige Krimiserie veröffentlicht, die auf dem Roman „Der letzte Joker“ aus dem Jahr 1929 basiert. Auch wenn die Serie auf einen Stoff der legendären Autorin zurückgreift, geht sie erzählerisch eigene Wege – vor allem im Finale.
Wer die Romanvorlage kennt, wird einige gravierende Abweichungen bemerken. Der folgende Artikel erklärt ausführlich das Ende der Serie, löst die Mordfälle auf und zeigt, wie stark Netflix die Geschichte verändert hat. Achtung: Spoiler zum kompletten Ende der Serie.
Worum geht es in „Seven Dials“?
Im Zentrum der Serie steht Lady Eileen „Bundle“, die weder Hercule Poirot noch Miss Marple ist – und sich damit deutlich von Christies bekanntesten Ermittlerfiguren abhebt. Als ein ausgelassenes Wochenende auf ihrem herrschaftlichen Anwesen mit einem Mord endet, glaubt Bundle nicht an einen tragischen Zufall. Ihr Instinkt sagt ihr, dass mehr dahintersteckt – und sie behält recht.
Der Tod von Gerry Wade, der zunächst wie ein Selbstmord wirkt, zieht weitere Ereignisse nach sich: eine zweite Leiche, rätselhafte Hinweise, ein ominöser Club in London und eine geheimnisvolle technische Formel, um die plötzlich mehrere Parteien kämpfen. Obwohl die Serie der Buchvorlage über weite Strecken folgt, nimmt sie sich für das Finale große Freiheiten.
Das Ende von „Seven Dials“ erklärt
Am Ende der Netflix-Adaption gelingt es Bundle, gleich zwei Mordfälle aufzuklären: den Tod von Gerry Wade und den von Ronny Devereux.
Ein kurzer Rückblick: Gerry Wade steht kurz davor, Bundle einen Heiratsantrag zu machen. Doch stattdessen wird er von George Lomax abgeholt, um bei den Cootes einen wichtigen Geschäftsdeal einzufädeln. Am nächsten Morgen wird Wade tot in seinem Bett gefunden, neben ihm ein Schlafmittel. Die Polizei geht zunächst von Selbstmord aus – der Druck im Beruf sei zu groß gewesen.
Bundle zweifelt diese Erklärung jedoch an. Sie weiß, dass Freunde von Wade einen Streich geplant hatten: Acht Wecker sollten ihn gleichzeitig aus dem Schlaf reißen. Doch am Tatort werden nur sieben Wecker gefunden. Für Bundle ist klar: Jemand war vor seinem Tod in seinem Zimmer.
Ronny Devereux’ letzte Worte
Später findet Bundle Ronny Devereux schwer verletzt am Straßenrand. Er wurde angeschossen und kann sich kaum noch äußern. Mit seinem letzten Atemzug nennt er zwei Dinge: den Namen Jimmy Thesiger, einen Freund Bundles, und die Worte „Seven Dials“.
Damit rückt ein geheimnisvoller Begriff ins Zentrum der Ermittlungen.
Was ist „Seven Dials“ wirklich?

Zunächst scheint „Seven Dials“ ein zwielichtiger, aber populärer Londoner Club zu sein. Doch diese Spur führt in die Irre. Bundle stößt schließlich auf die wahre Bedeutung: Seven Dials ist eine geheime Organisation.
Bei einem Treffen beobachtet sie vermummte Gestalten mit Masken, auf denen Zifferblätter zu sehen sind. Die Gruppe spricht über Devereux’ Tod, der offiziell als Unfall geführt wurde, und über eine Formel, die um jeden Preis geschützt werden müsse. Einer der Maskierten sagt unmissverständlich: „Nichts und niemand darf uns im Weg stehen.“
Zunächst wirkt alles wie eine Verschwörung dunkler Mächte. Doch am Ende kommt die überraschende Auflösung: Seven Dials ist keine kriminelle Vereinigung, sondern eine geheime Spionageorganisation, die im Interesse des Landes handelt.
Ein weiterer Twist: Die Person hinter der Maske mit der Nummer sieben ist nicht Jimmy Thesiger – sondern Superintendent Battle.
Bundles Zukunft bei Seven Dials
Battle hat Bundle während der gesamten Ermittlungen beobachtet. Nach dem Tod ihres Vaters, der einst der beste Agent der Organisation war, erkennt er ihr Potenzial. Am Ende fragt er sie, ob sie Teil von Seven Dials werden möchte. In der letzten Szene der Serie stimmt Bundle zu – und tritt damit in die Fußstapfen ihres Vaters.
Wer ist Cyril Matip – und was hat es mit der Formel auf sich?
Eine zentrale Rolle spielt der Erfinder Cyril Matip aus Kamerun. Er hat ein Verfahren entwickelt, das Stahl extrem widerstandsfähig macht. Wie George Lomax erklärt, wird selbst ein dünner Draht dadurch so stabil wie ein Stahlbarren. Richtig eingesetzt, könnte diese Technik sowohl die Industrie als auch das Militär revolutionieren.
Um Matip und seine Formel dreht sich ein Wochenende auf Wyvern Abbey, zu dem Lomax den Erfinder einlädt und ihm Sicherheit verspricht. Doch genau dort eskaliert die Lage: Ein vermeintlicher Eindringling schießt auf Jimmy Thesiger und entkommt mit der Formel. Später stellt sich heraus, dass dieser Angriff inszeniert war.
Wer hat Gerry Wade wirklich getötet?
Die Antwort ist eindeutig: Loraine Wade, Gerrys Halbschwester, hat ihn ermordet. Sie handelte jedoch nicht allein. Ihr Komplize war Jimmy Thesiger.
Thesiger gesteht später, dass es keinen fremden Angreifer gab. Er hat sich selbst in den Arm geschossen, die Waffe aus dem Fenster geworfen und seinen Handschuh mit den Zähnen ausgezogen, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Das Chaos lenkte alle ab – und ermöglichte es Loraine, Matip zu betäuben, die Formel zu stehlen und unbemerkt zu fliehen.
Warum mussten Gerry Wade und Ronny Devereux sterben?
Ronny Devereux war den Verschwörern zu nahe gekommen. Er hatte „ein bisschen zu viel verstanden“, wie Thesiger erklärt.
Gerrys Tod war hingegen eine impulsive Entscheidung von Loraine. Sie vergiftete seinen Champagner bereits während des Abends und stellte die Flasche neben sein Bett. So sah es aus, als habe er selbst zum Schlafmittel gegriffen.
Die große Enthüllung: Lady Caterham

Der größte Twist folgt zum Schluss: Lady Caterham, Bundles eigene Mutter, ist die Drahtzieherin hinter dem Plan, die Formel zu stehlen – und damit indirekt auch hinter den Morden.
Thesiger bezeichnet sich selbst nur als „Arbeitsbiene“. Als Bundle ihre Mutter allein im Zugabteil findet, wird die Wahrheit klar. Lady Caterham erklärt, dass ihr Land sie verraten habe. Ihr Mann und ihr Sohn seien für dieses Land gestorben, ihr Sohn sogar als „Kanonenfutter“, befohlen von einem unfähigen General.
Zudem ist die Familie verarmt. Ohne Vater und Bruder fehlt das Geld, um das Anwesen zu halten. Der Verkauf der Formel hätte alle Probleme gelöst. Zwar betont Lady Caterham, dass sie Gerrys Tod nicht angeordnet habe – das sei Loraine gewesen –, doch sie plante das Wochenende auf Chimneys, sammelte Informationen und rekrutierte Thesiger und Loraine.
Am Ende wird sie verhaftet. Zu Bundle sagt sie: „Du hast mich mein ganzes Leben lang überschätzt.“
Die Romanvorlage und die Unterschiede

Die Serie basiert auf „Der letzte Joker“ von Agatha Christie aus dem Jahr 1929. Der Roman war schon damals umstritten und gehört zu Christies weniger beliebten Werken. Er wurde 1981 bereits einmal verfilmt und ist in den USA inzwischen gemeinfrei.
Netflix bleibt der Grundstruktur treu, nimmt aber vier entscheidende Änderungen vor:
Die Formel stammt im Buch von einem deutschen Erfinder namens Herr Eberhard, nicht von Cyril Matip.
Der größte Unterschied: Lady Caterham ist im Roman (vermutlich) unschuldig. Die gesamte Enthüllung um sie existiert dort jedenfalls nicht.
Thesiger wird im Buch direkt von Battle überführt, nicht durch Bundles Konfrontation mit ihrer Mutter.
Im Roman gehört Gerry Wade selbst zu Seven Dials, und Bundle heiratet am Ende Bill Eversleigh – beides fehlt in der Serie.










