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"A Plague Tale: Requiem" im Test: Zwischen Ratten und Hoffnung | Review

Knapp sechs Monate nach den Ereignissen von "A Plague Tale: Innocence" setzt die Fortsetzung "Requiem" ein und lässt uns gemeinsam mit den beiden Protagonisten Hugo und Amicia wieder einen emotionalen Höhepunkt nach dem Nächsten erleben. Ob das Spiel den gefeierten Vorgänger übertrumpfen kann, lest ihr im Test!

A Plague Tale Requiem Amicia
Mit Amicia und Hugo auf dem Weg in ein neues Abenteuer: So gut ist "A Plague Tale: Requiem" wirklich! Foto: Asobo Studios

Wie weit ist man bereit für einen geliebten Menschen zu gehen? Knapp sechs Monate nach den dramatischen Ereignissen von "A Plague Tale: Innocence", die die geliebte Heimat unseres Protagonisten-Duos Amicia und Hugo in Schutt, Asche und ein Rattenmeer verwandelt haben, sind die beiden im Süden von Frankreich weiterhin auf der Suche nach einer Kur, um die todbringende Krankheit von Hugo zumindest unter Kontrolle zu bekommen. Doch ihre Reise zu einem mysteriösen Orden, der die Krankheit bereits seit Jahrhunderten studiert und kennt, endet erneut in brutalem Blutvergießen und einem Meer an Ratten.

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Hugos unheilvolle Macht wird immer stärker – gleichzeitig wird er immer wieder von einem Traum heimgesucht, in dem ihm ein paradiesischer Vogel auf einer geheimnisvollen Insel den Weg zu einer Quelle weist, die die Krankheit sinnbildlich aus seinem Körper treibt. Alicia weiß keinen Ausweg mehr und beschließt den Visionen ihres Bruders zu glauben: Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zur geheimnisvollen Insel mit zwei Bergen, die Hugo nicht möglicherweise Heilung verspricht, sondern auch Amicias brennendste Fragen beantworten soll. Doch der Weg dorthin ist nicht nur voll mit Inquisitoren und brutalen Räubern, sondern natürlich auch mit der todbringenden Rattenplage…

Auch spannend:

A Plague: Tale – Requiem – Die Fortsetzung baut die narrativen Stärken konsequent aus

A Plague Tale Requiem
Erneut bildet die Verbindung zwischen Hugo und Amicia das emotionale Grundgerüst Foto: Asobo Studios

Für "A Plague Tale: Requiem" zeichnet erneut Asobo Studio verantwortlich, die sich u.a. mit der beeindruckenden neuen Inkarnation des Microsoft Flight Simulators endgültig einen Namen gemacht hatten. Tatsächlich markierte der Vorgänger "A Plague Tale: Innocence“ aber den eigentlichen Durchbruch des Studios: Das lag vermutlich weniger an den ambitionierten Stealth-Mechaniken des Spiels, als viel mehr an der bewegend erzählten Geschichte des Protagonisten-Duos Amicia und Hugo, die viele Action-Adventure-Fans definitiv in ihren Bann ziehen konnte. Und so viel darf schon mal verraten werden: "A Plague Tale: Requiem" schließt erzählerisch ohne Mühe an die dramatischen Höhepunkte des Vorgängers an und koppelt sie mit einigen neuen Gameplay-Mechaniken zu einer Fortsetzung, die die Stärken des ersten Spiels konsequent ausbaut, dabei aber durchaus eine noch düsterere und hoffnungslosere Stimmung als im Vorgänger zeichnet.

Das fängt schon bei der Geschichte an, die wir jedoch aus Spoilergründen so vage wie nur möglich behandeln wollen, weil jede Info, die zu viel vom inhaltlichen Kontext wegnimmt, auch einen gewissen Teil der Faszination am Spiel raubt. "A Plague Tale: Requiem" ist aus narrativer Sicht jedenfalls ein sehr ambitioniertes Spiel, weil es nicht nur eine Vielzahl an neuen Figuren und Handlungssträngen einfließen lässt, sondern deutlich mehr auch zu den Hintergründen der todbringenden Rattenplage erklärt. Zum Ende des Spiels durften wir sogar einige Kapitel erleben, die uns im besten Sinne an die Abenteuer eines gewissen Nathan Drakes erinnert haben, da es dann doch plötzlich um geheime Kults, mythische Sagen und um atemberaubende Locations ging, die uns tatsächlich immer wieder den Atem geraubt haben. Asobo Studios bewegen sich hier definitiv auf AAA-Niveau, auch wenn uns einige Kapitel zum Ende hin dann doch etwas zu dick aufgetragen waren bzw. auch die eine oder andere Wendung dann doch etwas zu viel des Guten war.

A Plague Tale: Requiem – Größer, weiter, besser

A Plague Tale Requiem
Zeitweise erinnert das Spiel mit seinen exotischen Locations an die "Uncharted"-Reihe Foto: Asobo Studio

Auch in puncto Gameplay ist “A Plague Tale: Requiem” in jeder Hinsicht eine Steigerung zum Vorgänger: Erneut müssen es Hugo und Amicia in unzähligen Momenten mit der britischen Inquisition, Soldaten oder eben den todbringenden Ratten aufnehmen. Während die Stealth-Mechaniken des Vorgängers weitgehend zurückkehren, können sich Amicia und Hugo diesmal auf deutlich andere Art und Weise „zur Wehr setzen“. Amicia hadert im Verlauf des Spiels zwar mit ihrer Entscheidung ihre Widersacher*innen zu töten, doch bspw. kann sie diesmal mit einer Armbrust auch gepanzerte Gefahren eliminieren oder behilft sich mit der Kombination aus Feuer und Teer auch kurzzeitig gegen gewaltige Rattenplagen.

Hugo hingegen entwickelt die Fähigkeit kleinere Rattenschwärme kurzfristig zu kontrollieren und diese auch gezielt gegen Widersacher ohne Leuchtquelle einzusetzen. Tatsächlich werden fast in jedem Kapitel (kleinere) neuere Gameplay-Mechaniken eingeführt oder erweitert. Das ist auch nützlich und notwendig, da Asobo Studios die einzelnen Abschnitte, die ihr überwinden müsst, deutlich größer und weitläufiger gestaltet als im Vorgänger. Hier haben sowohl Stealth-Fans als auch jene, die eher direkte Konfrontationen suchen, aus dem reichhaltigen Arsenal von Amicia und Hugo immer wieder eine Möglichkeit parat. Daraus lassen sich auch richtig coole Kombos entwickeln: Bspw. kann Amicia per Steinschleuder die Fackeln von Wachen löschen lassen, während Hugo eine Sekunde später einen kleinen Rattenschwarm auf den sichtlich verwirrten Fiesling schickt. Das Spiel lässt euch die Qual der Wahl, auch wenn wir das Gefühl hatten, dass die Armbrust im späteren Verlauf des Spiels etwas zu mächtig wird, vor allem nach einer Upgrade-Fähigkeit von Amicia, die uns bspw. die Armbrust-Pfeile nach Einsatz recyceln lässt. Generell fehlt "A Plague Tale: Requiem" so ein wenig die Leichtigkeit anderer Genrevertreter: Teilweise wirken einzelne Mechanismen etwas fummelig oder altbacken.

Auch das Balancing nicht immer ganz optimal gelungen: Teilweise lassen sich ganze Schleichpassagen durch einige Kniffe umgehen, was der vermeintlichen Öffnung des Spiels etwas zuwiderläuft. Dennoch ist „A Plague Tale: Requiem“ auch in der Fortsetzung eine größtenteils lineare Erfahrung, auch wenn im späteren Verlauf tatsächlich ein sehr offener und großer Abschnitt dazukommt, der zumindest einige Kapitel lang relativ frei erkundbar ist. Die große Stärke des Spiels liegt aber in der packenden Erzählung, die uns tatsächlich in das relativ düstere Szenario, das Kapitel um Kapitel den nächsten Faustschlag in die Magengrube bereithält, richtig tief eintauchen lässt. Die Interaktionen zwischen Amicia und Hugo sind manchmal etwas zu stark auf ein Motiv begrenzt und neigen dazu auch mal etwas nervig zu werden, doch trotzdem geht uns die Geschichte der beiden, gerade auch hinsichtlich ihrer Bedeutung für ihr Umfeld, durchgehend zu Herzen.

A Plague Tale: Requiem – Technisch eine Augenweide, aber auch fordernd

Doch nicht nur spielerisch macht „A Plague Tale: Requiem“ einen großen Schritt nach vorne, auch technisch gehört das Spiel zu einem der beeindruckendsten Titel, den wir in der vergangenen Zeit gespielt haben. Obwohl in unserem PC-Testbuild die Raytracing-Option noch nicht verfügbar war und mit dem Day-1-Patch ins Spiel integriert wird, haben uns die fantastische Weitsicht, die sehr schicken und abwechslungsreichen Texturen, die unterschiedlichen Biome und gewaltigen Schauplätze sowie die großartigen Animationen beeindruckt. Das hat natürlich seinen Preis: Auf unserem Testsystem mit einem Intel I9-12900K, einer RTX 3090 sowie schnellem RAM war das Spiel mit dem Einsatz von DLSS Quality bei 4K-Auflösung und Ultra-Settings mit ca. 60 Bildern pro Sekunde im Schnitt spielbar. Damit gehört das Spiel sicherlich zu einem der forderndsten Titel, die wir in den vergangenen Monaten testen durften. In städtischen Arealen haben wir teilweise auch vereinzelt Slowdowns festgestellt. Raytracing dürfte die Performance sicherlich noch einmal in die Knie zwingen (und das auf einem High-End-Rig), aber auch ohne den Einsatz von Raytracing sieht das Spiel grundsätzlich hervorragend aus. Als eines der ersten Spiele überhaupt soll "A Plague Tale: Requiem" auch von DLSS3 profitieren, das aktuell exklusiv der Geforce RTX 4090 bzw. den weiteren 40er NVIDIA-Grafikkarten vorbestimmt sein wird. 

A Plague Tale: Requiem - Unser Fazit

Es ist beeindruckend mitanzusehen, wie Asobo Studios mit ihrem unglaublichen technischen Fundament ein packendes und episches Action-Adventure erzählen können, das im Kern zwar von der intimen Geschichte und Beziehung der beiden Protagonisten bestimmt wird, aber einige der beeindruckendsten "Set Pieces" der jüngeren Gaming-Vergangenheit aufweist. "Requiem" ist fast in jeder Hinsicht ein Upgrade zum Vorgänger, auch wenn das Spiel natürlich sehr stark auf dem Grundgerüst des gefeierten Vorgängers basiert und damit auch einige Schwächen, wie einige altbackene Stealth-Mechanismen & Co. übernimmt. Wer sich erhofft hat, dass die weitgehend lineare Erfahrung etwas geöffnet wird, könnte zwar enttäuscht sein. Doch gerade die vielen Gameplay-Mechaniken, die in den Konfrontationen sehr unterschiedliche Vorgehensweisen unterstützen, haben uns richtig gut gefallen. Im vollgepackten Release-Oktober ist "A Plague Tale: Requiem" definitiv das bisherige (narrative) Highlight, das uns vor allem als Gesamtpaket wirklich beeindruckt hat. Wer ein Gamepass-Abo besitzt, hat sowieso keine Ausrede parat, denn das Spiel erscheint am Release-Tag auch im Gamepass für Konsolen und PC.

A Plague Tale: Requiem erscheint am 18. Oktober für Xbox Series X|S, PlayStation 5, PC und als Cloud Version für die Nintendo Switch. Einen ausführlichen Gameplay-Trailer gibt es hier:

Video Platzhalter
Video: Asobo Studio

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